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Von WooCommerce zu Shopify ohne SEO-Verlust: Zuerst kommt die URL-Map

Von WooCommerce zu Shopify Schritt für Schritt: URL-Map, 301-Weiterleitungen, Kunden, Bestellungen, Bewertungen – und was kaputtgeht, bevor es live geht.

Dunkle typografische Titelkarte des Artikels über die Migration von WooCommerce zu Shopify mit kleinem Symbol
Auf dieser Seite
  1. Warum Rankings nach einer WooCommerce-Migration fallen (und warum das vermeidbar ist)
  2. Schritt 1: den alten Shop crawlen und die URL-Map bauen
  3. Schritt 2: entscheiden, was umzieht und welche Form es auf Shopify bekommt
  4. Schritt 3: wählen, wie Sie WooCommerce zu Shopify übertragen
  5. Schritt 4: in der richtigen Reihenfolge importieren und alles zählen
  6. Schritt 5: Kunden, Passwörter und Bewertungen
  7. Schritt 6: 301-Weiterleitungen und SEO-Felder
  8. Schritt 7: umstellen, dann 30 Tage beobachten
  9. Was der Umzug von WooCommerce zu Shopify kostet
  10. Beginnen Sie mit der URL-Map, nicht mit dem Import

Jede URL Ihres WooCommerce-Shops ändert sich an dem Tag, an dem Sie zu Shopify umziehen. Jedes Produkt, jede Kategorie, jeder Blogartikel. Shopify lässt Sie /product/blaue-tasse/ nicht behalten. Daraus wird /products/blaue-tasse, und Google hat keine Ahnung, dass es dieselbe Seite ist, bis Sie es ihm sagen.

Das ist die ganze Aufgabe, wenn Sie von WooCommerce zu Shopify wechseln. Der Produktimport ist der einfache Teil, Tools erledigen ihn an einem Nachmittag. Ob Sie die Rankings, Kunden und Bestellhistorie behalten, die Sie über Jahre aufgebaut haben – daran entscheidet sich, ob eine Migration gelingt oder still scheitert.

Hier ist die Reihenfolge, in der wir vorgehen würden, was bei jedem Schritt kaputtgeht und wie Sie es bemerken, bevor Ihre Kunden es tun.

Warum Rankings nach einer WooCommerce-Migration fallen (und warum das vermeidbar ist)

Rankings fallen nicht, weil Shopify schlecht für SEO wäre. Sie fallen, weil alte URLs plötzlich 404 liefern und Google eine 404 als „diese Seite ist weg“ behandelt.

So ändert sich die URL-Struktur:

WooCommerce-URL Shopify-URL Lässt sich die alte behalten?
/product/blaue-tasse/ /products/blaue-tasse Nein, /products/ ist fest
/product-category/tassen/ /collections/tassen Nein, /collections/ ist fest
/2024/05/glasieren-anleitung/ oder /glasieren-anleitung/ /blogs/news/glasieren-anleitung Nein, /blogs/<name>/ ist fest
/ueber-uns/ /pages/ueber-uns Nein, /pages/ ist fest
/cart/, /checkout/, /my-account/ /cart, Shopify-Checkout, Kundenkonten Nicht weiterleiten, einfach gehen lassen

Kurz gesagt: Eine Migration von WooCommerce zu Shopify ist eigentlich eine URL-Migration mit angehängtem Produktimport. Planen Sie sie so.

Schritt 1: den alten Shop crawlen und die URL-Map bauen

Bevor Sie Shopify anfassen, crawlen Sie die laufende WooCommerce-Website mit Screaming Frog, Sitebulb oder einem ähnlichen Crawler. Exportieren Sie jede indexierbare URL mit Titel, Meta-Description, H1 und Canonical.

Dann ergänzen Sie zwei weitere Quellen, die der Crawler nicht sieht:

  • Google Search Console → Seiten und Leistung. URLs mit Impressionen oder Klicks in den letzten 12 Monaten. Manche davon sind intern nicht mehr verlinkt und ranken trotzdem.
  • Backlinks. Jede URL, auf die andere Websites verlinken. Eine fehlende Weiterleitung auf einer Seite mit guten Backlinks kostet mehr als zehn verlorene dünne Tag-Seiten.

Ihre Tabelle hat jetzt eine Zeile pro alter URL. Ergänzen Sie eine Spalte für die neue Shopify-URL. Das ist die Weiterleitungs-Map, und sie ist das wertvollste Dokument im ganzen Projekt.

Kurz gesagt: Steht eine URL nicht in der Map, bekommt sie keine Weiterleitung. Nichts anderes in der Migration schützt Sie davor.

Schritt 2: entscheiden, was umzieht und welche Form es auf Shopify bekommt

WooCommerce lässt Sie mit Plugins fast alles machen. Shopify hat festere Regeln. Stoßen Sie auf dem Papier an sie, nicht während des Imports.

Produktoptionen. WooCommerce erlaubt beliebig viele Attribute. Shopifys eigener Leitfaden zur Migration von WooCommerce ist deutlich: Bei Produkten mit mehr als drei Optionen werden die Optionen nicht importiert. Shopify erlaubt inzwischen bis zu 2.048 Varianten pro Produkt, aber weiterhin nur drei Optionsachsen. Verkaufen Sie Tassen in Größe × Farbe × Glasur × Henkel, muss eine Achse zu einem eigenen Produkt, einem Metafeld oder einer Line-Item-Property werden.

Kategorien. WooCommerce-Kategorien lassen sich verschachteln. Shopify-Kollektionen nicht. Die Eltern-Kind-Struktur lebt in Ihren Navigationsmenüs und in Regeln für automatische Kollektionen, nicht in der URL.

Plugins. Listen Sie jedes aktive Plugin auf und schreiben Sie daneben: „nativ in Shopify“, „braucht eine App“ oder „weglassen“. Produkt-Bundles, B2B-Preise, Abos und eigene Checkout-Felder sind die üblichen Verdächtigen, die eine Entscheidung brauchen.

Abos. Behandeln Sie sie als eigenes Projekt. Wiederkehrende Zahlungen hängen an gespeicherten Karten-Tokens bei Ihrem Zahlungsanbieter, und ob diese umziehen können, hängt vom Anbieter ab, nicht von Shopify.

Kurz gesagt: Jedes Plugin, für das Sie keinen Shopify-Ersatz nennen können, ist ein Risiko. Finden Sie es jetzt.

Schritt 3: wählen, wie Sie WooCommerce zu Shopify übertragen

Sie haben vier realistische Wege, um von WooCommerce zu Shopify umzuziehen. Alle bewegen Daten; keiner bewegt Urteilsvermögen.

Weg Gut für Vorsicht bei
Shopify-CSV-Import Unter ein paar Hundert einfachen Produkten Kein Bestellimport, die Kunden-CSV muss exakt Shopifys Vorlage entsprechen
Shopifys Store-Migration-App Produkte und Kunden aus WooCommerce Early Access, noch nicht für jeden Shop verfügbar
Migrations-Apps (Matrixify, LitExtension, Cart2Cart) Produkte, Kunden, Bestellhistorie, Weiterleitungen Sie prüfen trotzdem jede Zuordnung, und Testläufe kosten Zeit
Entwickler + API Eigene Felder, ungewöhnliche Plugins, große Kataloge Am teuersten, aber der einzige Weg für wirklich individuelle Daten

Das Shopify Help Center nennt Matrixify und LitExtension unter den empfohlenen Drittanbieter-Tools, und Matrixify kann neben den Produkten auch Weiterleitungen erzeugen. Wir würden das Ergebnis trotzdem mit Ihrer eigenen Map abgleichen, denn ein Tool leitet nur die URLs weiter, die es kennt.

Kurz gesagt: Wählen Sie das Tool danach, was Sie mitnehmen müssen (Bestellungen? Bewertungen? eigene Felder?), nicht danach, welches die schönste Landingpage hat.

Schritt 4: in der richtigen Reihenfolge importieren und alles zählen

Die Importreihenfolge zählt: Produkte → Kunden → Bestellungen. Bestellungen verweisen auf beides, deshalb kommen sie zuletzt.

Dann zählen. Nicht „sieht gut aus“, sondern zählen:

  • Produkte und Varianten, pro Produkttyp
  • Bilder pro Produkt
  • Kunden, und wie viele eine Marketing-Einwilligung haben
  • Bestellungen, mit Summen pro Jahr, verglichen mit den WooCommerce-Berichten
  • Bewertungen, pro Produkt

Labornotiz

Piercing69, einer unserer eigenen Shops, läuft mit 1.089 Produkten und rund 3.600 Varianten in 11 Sprachen. In dieser Größe können Sie einen Import nicht prüfen, indem Sie durch den Admin scrollen. Sie vergleichen die Anzahlen pro Produkttyp in einer Tabelle, vorher und nachher. Dieselbe Gewohnheit bringen wir in jede Kundenmigration mit: zweimal zählen, einmal launchen.

Kurz gesagt: Der gefährlichste Migrationsfehler ist der stille: 40 Varianten, die nicht mitgekommen sind, und niemand merkt es einen Monat lang.

Schritt 5: Kunden, Passwörter und Bewertungen

Passwörter lassen sich nicht übertragen. Nicht von Shopify, nicht von irgendeinem Tool. Sie sind verschlüsselt gespeichert. Die gute Nachricht: Shopifys neue Kundenkonten nutzen gar keine Passwörter. Kunden melden sich mit einem einmaligen Code an, der an ihre E-Mail geht. Importierte Kunden loggen sich einfach mit der Adresse ein, die sie schon nutzen. Schicken Sie am Launch-Tag eine kurze E-Mail „Wir sind umgezogen, so melden Sie sich an“, und die meisten Support-Tickets entstehen gar nicht erst.

Die Marketing-Einwilligung muss als eigenes Feld mitkommen. Importieren Sie einen Kunden nur als abonniert, wenn er bei WooCommerce tatsächlich eingewilligt hat. Das ist eine DSGVO-Frage, keine technische.

Bewertungen liegen im Produktexport von WooCommerce nicht in einer Shopify-freundlichen Form vor. Shopifys Leitfaden verweist auf Bewertungs-Apps wie Judge.me, Loox und Yotpo, die Bewertungen importieren und sie per Handle oder Artikelnummer den Produkten zuordnen. Prüfen Sie nach dem Import eine Stichprobe. Bewertungen am falschen Produkt sind schlimmer als gar keine.

Kurz gesagt: Kunden verzeihen einen neuen Login-Bildschirm. Sie verzeihen keine Marketing-E-Mail, für die sie sich nie angemeldet haben.

Schritt 6: 301-Weiterleitungen und SEO-Felder

Jetzt zahlt sich die Map aus. Füllen Sie die Spalte „neue URL“ und importieren Sie sie als CSV in Shopifys URL-Weiterleitungen.

Unsere Regeln:

  1. Auf das nächstpassende Gegenstück weiterleiten, nie auf die Startseite. Eine Massenweiterleitung auf die Startseite wird wie ein Soft-404 behandelt und wirft den Ranking-Wert der Seite weg.
  2. Eingestellte Produkte gehen auf die relevanteste Kollektion, nicht auf eine 404.
  3. Blogartikel behalten wenn möglich ihren Slug, sodass /glasieren-anleitung/ → /blogs/news/glasieren-anleitung eine saubere Eins-zu-eins-Zuordnung ist.
  4. Keine Weiterleitungsketten. Hat eine WooCommerce-URL schon irgendwohin weitergeleitet, schicken Sie die ganz alte URL direkt auf die endgültige Shopify-Seite.
  5. Kennen Sie Shopifys Eigenheit: Eine Weiterleitung greift nur, wenn der alte Pfad im neuen Shop nicht existiert. Legen Sie keine Seite unter einem Pfad an, den Sie gleichzeitig weiterleiten.

Dann übernehmen Sie die SEO-Felder: Title-Tag und Meta-Description für jedes Produkt, jede Kollektion, jede Seite und jeden Artikel. Alt-Texte ebenso. Hat Ihr WooCommerce-SEO-Plugin sie geschrieben, liegen sie in der Datenbank – und sie sollten in Shopifys SEO-Feldern landen, nicht aus Produkttiteln neu generiert werden.

Jetzt der Teil, den niemand gern hört: Die Weiterleitungs-Map entscheidet mehr über Ihre Rankings als Theme, Apps oder Plattform. Wir nehmen jedes Mal lieber einen hässlichen Shop mit perfekten Weiterleitungen als einen schönen mit Löchern in der Map.

Kurz gesagt: Testen Sie die Weiterleitungen, bevor Sie die Domain umstellen, indem Sie Ihre alte URL-Liste gegen die Vorschau des neuen Shops crawlen.

Schritt 7: umstellen, dann 30 Tage beobachten

Bauen Sie den Shopify-Shop in einer passwortgeschützten Vorschau, während WooCommerce weiter verkauft. Am Umstellungstag:

  1. WooCommerce-Bestellungen für ein paar Stunden einfrieren.
  2. Einen letzten Delta-Import der Bestellungen und Kunden seit dem Testlauf durchführen.
  3. Die Domain auf Shopify zeigen lassen.
  4. Die komplette alte URL-Liste crawlen. Jede Zeile sollte eine 301 liefern, dann eine 200.
  5. Die neue Sitemap in der Search Console einreichen.

Prüfen Sie in den nächsten 30 Tagen wöchentlich den Bericht zur Seitenindexierung in der Search Console und Ihr 404-Protokoll. Jede 404, die mit Traffic auftaucht, bekommt noch am selben Tag eine Weiterleitung. Rechnen Sie ein paar Wochen mit Bewegung in den Rankings. Rechnen Sie damit, dass sie sich einpendeln, wenn die Map stimmte.

Kurz gesagt: Der Launch-Tag ist nicht die Ziellinie. Im ersten Monat Beobachtung tauchen die vergessenen Weiterleitungen auf.

Was der Umzug von WooCommerce zu Shopify kostet

Branchen-Preisleitfäden (darunter blackbeltcommerce.com und shopexperts.com) setzen mittelgroße Migrationen von WooCommerce oder BigCommerce mit 500–5.000 Artikeln bei rund 8.000–30.000 $ an, kleine Shops unter 500 Artikeln bei 2.000–8.000 $. Die Spanne entsteht durch Bestellhistorie, Plugin-Ersatz und wie unordentlich die Quelldaten sind.

Zum Vergleich unsere eigenen Festpreise (zzgl. MwSt.): Migration S ab 3.500 € für kleine WooCommerce-Shops bis 500 Artikel mit 301-Weiterleitungen und Migration M ab 8.500 € für bis zu 5.000 Artikel inklusive Bestellungen und Kunden. Beide stehen auf der Preisseite.

Wenn Sie noch entscheiden, ob Sie überhaupt umziehen, lesen Sie zuerst Shopify oder WooCommerce. Nach dem Umzug zeigt die Shopify SEO-Checkliste, was Sie über die Weiterleitungen hinaus reparieren sollten.

Beginnen Sie mit der URL-Map, nicht mit dem Import

Wenn Shops von WooCommerce zu Shopify umziehen und Traffic verlieren, ist fast nie der Import schuld. Sie scheitern an der Tabelle, die niemand gebaut hat. Crawlen Sie Ihren Shop, listen Sie jede URL auf, die Traffic bringt, und entscheiden Sie, wo jede landet, bevor ein einziges Produkt umzieht.

Sollen wir diesen Teil mit Ihnen machen? Schicken Sie uns die URL Ihres Shops über die Migrationsseite, und wir melden uns mit einem Festpreis, einem Plattform-Audit und der Liste der Plugins, die einen Shopify-Ersatz brauchen. Wenn Sie lieber erst sehen wollen, wo Ihr aktueller Shop steht, starten Sie den kostenlosen Shop-Check.

FAQ

Fragen von Händlern

Verliere ich SEO, wenn ich von WooCommerce zu Shopify umziehe?

Nicht, wenn jede alte URL eine 301-Weiterleitung auf die nächstpassende neue Seite bekommt und Ihre Titel und Meta-Descriptions mit umziehen. Rankings schwanken meist ein paar Wochen, während Google neu crawlt. Verluste entstehen durch fehlende Weiterleitungen, nicht durch Shopify selbst.

Kann ich Kundenpasswörter von WooCommerce zu Shopify übertragen?

Nein. Passwörter werden verschlüsselt gespeichert und lassen sich auf keine Plattform übertragen. Bei Shopifys neuen Kundenkonten melden sich Kunden mit einem einmaligen E-Mail-Code an, es gibt also kein Passwort zum Zurücksetzen. Sie loggen sich einfach mit derselben E-Mail-Adresse ein.

Kann ich WooCommerce-Bestellungen zu Shopify migrieren?

Ja, aber nicht mit Shopifys eingebautem CSV-Import. Für die Bestellhistorie brauchen Sie eine Migrations-App wie Matrixify oder LitExtension oder einen Entwickler, der die API nutzt. Importieren Sie zuerst Produkte, dann Kunden, dann Bestellungen.

Wie lange dauert eine Migration von WooCommerce zu Shopify?

Ein kleiner Katalog zieht in zwei bis drei Wochen um. Shops mit Tausenden Produkten, Bestellhistorie und individuellen Plugins brauchen meist vier bis sechs Wochen – das meiste davon für Zuordnung und Tests, nicht für den Import selbst.

Bleiben WooCommerce-Produkt-URLs auf Shopify gleich?

Nein. WooCommerce nutzt /product/ und /product-category/, Shopify nutzt /products/ und /collections/, und diese Präfixe lassen sich nicht ändern. Jede Produkt- und Kategorie-URL ändert sich – deshalb ist die Weiterleitungs-Map so wichtig.