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Shopify · Rechtliches für Deutschland

Shopify rechtssicher einrichten: Was ein deutscher Shop typischerweise braucht.

Shopify kommt aus Kanada, Ihr Shop verkauft in Deutschland. Damit er hier rechtlich sauber dasteht, müssen einige Dinge bewusst eingerichtet werden. Hier ist der Überblick, was wir bei deutschen Shops typischerweise umsetzen. Diese Seite ist keine Rechtsberatung – das letzte Wort hat Ihre Anwältin oder Ihr Anwalt.

Impressum

Geschäftsmäßige Websites in Deutschland brauchen ein Impressum, das von jeder Seite aus leicht erreichbar ist – üblicherweise im Footer. Typische Angaben sind Name und Rechtsform, Anschrift, Vertretungsberechtigte, Kontaktdaten, Registereintrag und USt-IdNr.

Shopify bietet eigene Felder für Rechtstexte. Wir legen das Impressum dort an, verlinken es im Footer und im Checkout und prüfen, dass es auf allen Sprachversionen erreichbar ist. Verkaufen Sie zusätzlich über Marktplätze oder soziale Netzwerke, sollte das Impressum auch dort erreichbar sein.

Datenschutzerklärung und Cookie-Consent (DSGVO, TTDSG)

Die Datenschutzerklärung muss zu dem passen, was Ihr Shop tatsächlich tut: Zahlungsanbieter, Versanddienstleister, Newsletter, Analyse-Tools, Bewertungs-Apps. Jede neue App kann neue Datenflüsse bedeuten. Die Texte selbst kommen in der Regel von einem spezialisierten Anbieter für Rechtstexte oder aus Ihrer Kanzlei.

Für Cookies und ähnliche Technologien verlangt das TTDSG (seit 2024 TDDDG) grundsätzlich eine Einwilligung, bevor nicht notwendige Cookies gesetzt werden. Wir richten ein Consent-Banner ein, bei dem Ablehnen genauso einfach ist wie Akzeptieren, und prüfen technisch, dass Tracking-Skripte erst nach der Einwilligung laden.

Shopify bringt eine eigene Lösung für Cookie-Einwilligungen mit; daneben gibt es spezialisierte Consent-Apps. Welche Lösung passt, hängt davon ab, welche Tools Sie einsetzen und wie viele Sprachen Ihr Shop hat. Entscheidend ist der Test im echten Browser: Was wird geladen, bevor jemand klickt?

Widerrufsbelehrung und Muster-Widerrufsformular

Verbraucher haben bei Fernabsatzverträgen in der Regel ein Widerrufsrecht. Dazu gehören eine Widerrufsbelehrung und das Muster-Widerrufsformular. Beides sollte im Shop leicht auffindbar sein und den Kunden außerdem auf einem dauerhaften Datenträger erreichen, meist per Bestellbestätigung.

Wir hinterlegen die Texte in den Shopify-Richtlinien, verlinken sie im Checkout und binden sie in die Bestell-E-Mails ein. Ausnahmen, etwa für personalisierte Produkte oder digitale Inhalte, sollten Sie mit Ihrem Rechtsbeistand klären. Dasselbe gilt für Ihre AGB, die wir an denselben Stellen einbinden.

Preisangaben: inkl. MwSt., Versandkosten und Grundpreis (PAngV)

Gegenüber Verbrauchern müssen Preise als Gesamtpreise inklusive Mehrwertsteuer angegeben werden, mit Hinweis auf zusätzliche Versandkosten. Bei Waren nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche kommt in vielen Fällen der Grundpreis dazu, zum Beispiel pro Kilogramm oder Liter.

Shopify kann Grundpreise an Varianten hinterlegen; wichtig ist, dass das Theme sie überall dort zeigt, wo der Preis steht – auf Produktseiten, in Kollektionen und in der Suche. Mit Preisen pro Fläche haben wir Erfahrung aus unserem eigenen Shop limewash.pl, der pro m² kalkuliert.

Verkaufen Sie auch an Geschäftskunden, kommen Nettopreise hinzu. Dann muss klar erkennbar sein, wer welche Preisdarstellung sieht – etwa über eigene B2B-Kataloge oder angemeldete Händlerkonten, wie in der Großhandelsebene unseres Shops zubracolors.com.

Der Bestellbutton: „zahlungspflichtig bestellen“

Die Schaltfläche, mit der Kunden die Bestellung abschicken, muss eindeutig auf die Zahlungspflicht hinweisen – üblich ist „zahlungspflichtig bestellen“ oder eine ebenso eindeutige Formulierung. Direkt davor sollten die wesentlichen Merkmale der Ware, der Gesamtpreis und die Versandkosten stehen.

Im Shopify Checkout lassen sich Beschriftungen über die Checkout-Texte anpassen. Wir setzen das für jede Sprache um und prüfen es mit echten Testbestellungen auf Smartphone und Desktop.

Barrierefreiheit: das BFSG seit 28.06.2025

Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) für viele B2C-Onlineshops. Betroffene Shops müssen unter anderem per Tastatur bedienbar sein, ausreichende Kontraste haben, Bilder mit Alternativtexten versehen und Formulare verständlich beschriften. Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten und höchstens 2 Mio. € Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme sind bei Dienstleistungen ausgenommen.

Wir prüfen Theme, Navigation, Produktseiten und Checkout-Weg auf typische Barrieren und beheben, was im Theme liegt. Ob Ihr Unternehmen unter das BFSG fällt und welche Erklärungen Sie veröffentlichen müssen, klären Sie bitte mit Ihrem Rechtsbeistand.

Noch ein Hinweis zum Schluss: Rechtliche Anforderungen ändern sich, und Apps verändern Ihren Shop laufend. Planen Sie deshalb eine regelmäßige Prüfung ein – zum Beispiel im Rahmen eines Betreuungspakets, in dem wir neue Apps testen, bevor sie live gehen. Und noch einmal ausdrücklich: Diese Übersicht ist keine Rechtsberatung, das letzte Wort hat Ihre Anwältin oder Ihr Anwalt.

FAQ

Fragen, die Händler uns stellen

Ist Shopify DSGVO-konform?

Shopify bietet die nötigen Werkzeuge, aber die Konformität hängt von Ihrem Setup ab: Apps, Tracking, Consent-Banner und Rechtstexte. Das prüfen wir beim Einrichten. Die rechtliche Bewertung bleibt bei Ihrem Rechtsbeistand.

Erstellen Sie die Rechtstexte?

Nein. Die Texte kommen von einem spezialisierten Anbieter oder Ihrer Kanzlei. Wir sorgen dafür, dass sie an den richtigen Stellen im Shop, im Checkout und in den E-Mails stehen.

Gehört die rechtliche Einrichtung zu Launch Start?

Ja, Richtlinien, Cookie-Banner, Kontaktseite und Bestell-E-Mails gehören zu Launch Start (2.900 € zzgl. MwSt.). Die Rechtstexte selbst liefern Sie oder Ihr Anbieter.

Gilt das BFSG für meinen Shop?

Für viele B2C-Shops ja, seit dem 28.06.2025. Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten und höchstens 2 Mio. € Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme sind bei Dienstleistungen ausgenommen. Ihre Anwältin oder Ihr Anwalt hat das letzte Wort.

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